Veni, vidi, violini: Ich kam, ich sah, ich vergeigte. Sinfonie des späten Bleibens.

Gestern habe ich eine soziale Situation vergeigt. Der Wahnsinn dazu war schon zuvor latent anwesend. Richtig gewesen wäre: Tanzen. Brüllen. Bellen. All dies geschah auch, zu Haus. Aber der innere Clown war noch da. Er wollte raus.

Es floß, es sproß, es wollte sich nicht mehr setzen. Es sah mit geschultem Borderlineauge eine Spalte sich öffnen im Gegenüber. Eine Einladung. Oder eben keine. Aber eine Öffnung. Ich überwachte die Öffnung streng und prangerte sie an. Dann legte ich* sofort und von mir selbst unbemerkt Anker.

Es war ein bisschen absehbar. Und ein bisschen überraschend. Es war das dumme Gefühl von zu Hause im heimlichen Unheimlichen, die Zuverlässigkeit aller dunklen Orte, der Rausch des Loslassens vom Ich, die kranke Lust als angenehm passende Haut tragen, verdrehtes Wohlgefühl in einem Land, in dem Nähe und Distanz sich wie das Selbe anfühlen.

Die Vermutung: hier ist nicht alles nur Projektion. Aber viel.

Die Phantasie: hier ist es irgendwie in Ordnung, gleichzeitig Es und Ich zu sein.

Plus Reue, Scham und Angst, auch dies bisschen gefühlte Heimat zu verlieren.

Tut mir leid, fai. Aber wem sag ich das?ruby.jpg

Bild: @rubyetc

*Und damit meine ich: Es.

Wär gut möglich, dass diese anankastische Rechnung von Wohlverhalten an den tatsächlichen Bedürfnissen anderer Menschen völlig vorbeigeht und nur meine Ängste betrifft. Weiß man nicht.

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