Suchtverhalten und Straightness. Kleine Episode von Triumph und Scheitern

Im Gegensatz zu anderen Dingen, wie Drogen, die mit zwei schrecklichen Ausnahmen seit 9 Jahren an mir vorrüber gegangen sind, geht Alkohol. Hab ich im Griff. Kann ich so machen: Beschränkungsregeln. Bei der mir selbst als brenzlige Situation erscheindenen Hochzeit der Freundin erzähle ich es jedem, der es hören oder nicht hören will. “Hey, also ich habe gestern eine Trennung erlebt und ich werde mich bei jedem Glas Weißweinschorle bei dir melden. Fünf sind erlaubt, mit viel Sprudel.”

Ja, so komme ich durch dieses Fest der Liebe. Schon bei Nummer drei verlässt mich sogar die Lust, weiterzutrinken. Geschafft. Ich war nicht die Hochzeits-Token-Schnapsleiche auf der Tanzfläche, die in einer Lache aus Slivovice taumelnd auf Männer geschimpft und dann in den Mülleimer gekotzt hat.

Ich bin stolz auf mich.

Nach und nach verabschieden sich die Gäste und das Brautpaar. An meiner Seite eine wunderbare Frau mit VW-Bus, leider schon ganz betrunken; wir zwei Fremden, wie alte Freundinnen einhellig ihr Kopf an meiner Schulter in tiefen Gesprächen versunken. Sie weint für mich, als ich ihr in plapprigen Ton aus meinem Leben erzähle. Es setzen sich die zwei letzten, weiteren Gäste zu uns an den Tisch draußen vor dem Naturfreundehaus. Die Köche verabschieden sich, schließen ab, geben uns vorher noch eine übriggebliebene Flasche Champagner hinaus.

Oho. Denke ich.

Bis hier her geschafft. Nichts ruiniert. Gut durch navigiert. Könnte man belohnen.

Eine Stunde später ist die eine Frau im Bus verschwunden, einer der netten, jungen Herren hat sich in sein Auto unter die Decke verkrochen, die Flasche ist leer und die andere Frau findet sich mitten in einem vielleicht zu offenen Gespräch mit dem anderen netten, jungen Herren und ein paar Momente später mit ihm in einem sicherlich zu offenen VW-Bus mit stotternder Standheizung wieder.

Ein bisschen halt. Schadet niemanden. Ist warm, macht weich, hilft. Ist schön.

Sogar ohne schlechtes Gefühl am Morgen, als ich aufbreche und wieder Alltag werde.

Schön. Warm. Natürlich enstanden. Geht ok.

Oder?

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